Kalkutta

Kalkutta (offiziell Kolkata, Bengalisch: কলকাতা, Kalkātā; bis 2001 Calcutta) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Westbengalen in Indien, liegt am Fluss Hugli, einem Seitenarm des Ganges und ist mit etwa 15 Millionen Einwohnern der drittgrößte Ballungsraum des Landes.

In Indien existiert allerdings keine Behörde zur Registrierung des Wohnsitzes von Personen; die angegebenen Einwohnerzahlen sind deshalb Hochrechnungen auf Basis von Volkszählungsergebnissen. Laut Schätzungen leben in Kalkutta 300.000 Straßenkinder.


Geschichte:
Bis 1911 war Kalkutta Hauptstadt der Kolonie Britisch-Indien und Sitz des Generalgouverneurs der East India Company, der ab 1858 zugleich das neu geschaffene Amt des britischen Vizekönigs innehatte.

1911 fand die glorreiche Zeit ihr definitives Ende, als Indiens Hauptstadt nach Delhi verlegt wurde. Seit dem 15. August 1947, dem Tag der Unabhängigkeit Indiens, ist Kalkutta Hauptstadt des Bundesstaates Westbengalen.

Kalkutta ist Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Theater, Kinos, Museen und Galerien sowie katholischer Bischofssitz und nicht zuletzt wichtiger hinduistischer Wallfahrtsort im Zusammenhang mit Kalighat, einem der bedeutendsten Tempel zu Ehren der Göttin Kali.
Religion: Die Religionszugehörigkeit verteilt sich laut Volkszählung von 2001 wie folgt: 77,68 Prozent der Einwohner sind Hindus, 20,27 Prozent Muslime und 0,88 Prozent Christen.


Wohnsituation: Das Stadtzentrum beherrschen zwei- bis dreigeschossige Gebäude mit Flachdächern. In den moderneren Gebäuden wohnt die Oberschicht Kalkuttas. Auch im Zentrum Kalkuttas leben ganze Familien auf der Straße.

Am Stadtrand stehen Hütten aus Gras, Blättern, Bambus, Lehm, Holz oder Erde. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in den Slums und leidet an Unterernährung und unzureichender Wasserversorgung.


Ökologie: Die Luftverschmutzung in Kalkutta hat ein enormes Ausmaß angenommen. Der hohe Gehalt an Feinstaub, verursacht durch Fabrikanlagen und das starke Verkehrsaufkommen, stellt die größte Gefahr dar. Probleme bereiten auch die Verschmutzung des Grundwassers durch fehlende Kläranlagen, ungeregelte Abfalldeponien, die Schadstoffbelastung des Hugli und der Verkehrslärm.

Klima: In der kurzen Winterzeit herrscht das angenehmste Klima mit einer Höchsttemperatur von 27 Grad Celsius. Kurz vor Beginn der Monsunzeit lastet die Hitze drückend auf der Stadt. Die einsetzenden Regenfälle bescheren Juni - September die ersehnte Linderung, doch die heftigen Fluten verwandeln gleichzeitig die Straßen in Morast. Oktober und November sind angenehme Monate. Durga Puja, das größte Fest der Stadt, wird dann gefeiert.

Ausbildung: Die Analphabetenrate ist besonders bei Frauen immer noch sehr hoch. Sie beträgt in Kalkutta 19,1 Prozent (Männer: 16,2 Prozent, Frauen: 22,7 Prozent), in Westbengalen 31,4 Prozent (Männer: 23,0 Prozent, Frauen: 40,4 Prozent).