Sundarbans

Die riesigen Mangrovenwälder versinken bei Flut im Wasser
Der bengalische Tiger und Krokodile gefährden die Bevölkerung nach wie vor
Die Menschen der wenigen bewohnten Inseln leben in Lehmhütten

Die Sundarbans (Bengalisch সুন্দরবন, sundarban; dt.: schöner Wald) sind der größte Mangrovenwald der Erde.  Er steht in einem tiefgelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von vier großen Flüssen, die abgeregnete Niederschläge von den Südhängen des Himalya sowie saisonal bedingt große Wassermassen der Monsun-Zone ins Meer abführen.

Das ca. 6000 km² große artenreiche Ökosystem ist weit verzweigt und schwer zugänglich, insbesondere weil die Deltagebiete von Ganges und Brahmaputra hier ineinander übergehen.

Große Teile der Sundarbans gehören heute zu einem Nationalpark, der sich an der gemeinsamen Grenze von Indien und Bangladesh erstreckt. Sie wurden 1987 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der vom Aussterben bedrohte Bengalische Tiger ist hier beheimatet und erbeutet jedes Jahr rund 100 Menschen.

Bevölkerung:
Aufgrund der klimatischen Bedingungen und ständig wechselnder Landschaft sind die Sundarbans für die menschliche Besiedlung sehr unwirtlich und die Bedrohung durch tropische Krankheiten und Parasiten ist hoch.
Dennoch gibt es zahlreiche lokale Siedlungen und Dörfer, deren Bewohner sich überwiegend von Fisch- und Garnelenfang, Reis- und Gemüseanbau sowie Honigsammelei ernähren.
Sie leben in Lehmhütten mit Strohdach und haben Kochstellen im Boden. In unseren drei Inseldörfern gibt es keinen elektrischen Strom, keine Straßen und Verkehrsmittel. Medizinische Versorgung ist aufgrund der weiten Entfernung zur Großstadt nicht möglich.