HILFE FÜR KINDER AUF DER STRASSE

Radhika lebt auf der Straße, aber mit neuer Hoffnung: Sie darf jeden Tag zwei Stunden lernen und bekommt Hilfe, wenn sie krank ist
Tausende Kinder schlafen ungeschützt auf den Gehsteigen der Rotlichtviertel und Slums
150 Kinder freuen sich jeden Abend auf ihre Lehrer
Bengali und Englisch, Zählen und Rechnen - ihr Wissensdurst ist kaum zu stillen
Radhikas Familie hat Health cards und kann ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
Unser praktischer Arzt kommt zweimal pro Woche, unser Augenarzt einmal im Monat

Radikha ist acht Jahre alt und  lebt in den Slums von Kalkutta.
Ihr Schlafplatz ist auf dem Gehsteig. Sobald die Dunkelheit einbricht, legt sie alte Zeitungen auf, breitet eine Plastikplane darüber und freut sich- denn sie hat sogar eine Decke um sich zu schützen und zu wärmen. Untertags geht sie auf die Müllhalden der  Stadt - sie ist „Ragpickerin“ - im Müll versucht sie noch verwertbare Gegenstände wie Metallstücke oder Plastik zu finden und kann sie um ein paar Rupien pro Tag verkaufen. Ein mühsamer Job, mit viel Gestank und Schmutz verbunden, doch er hilft ihr zu überleben.
Seit einigen Monaten darf die kleine Inderin  hoffen, dass es ihr einmal besser gehen wird.  Sie hat die Möglichkeit bekommen lesen und schreiben zu lernen!  Ein Lehrer, finanziert von dem österreichischen Verein „ZUKI-Zukunft für Kinder,  kommt jeden Abend für zwei Stunden und unterrichtet sie und alle Kinder, die sich einfinden. Radhika ist sehr stolz: sie kann bereits das Alphabet und auch ihren Namen schreiben. Einmal in der Woche ordiniert auch ein Arzt in einem Rettungswagen auf der Straße, er hat ihrer Mutter geholfen ihren hartnäckigen Husten loszuwerden.
All das ist dringend notwendige Hilfe in den Slums von Kalkutta.


Der Verein „ZUKI-Zukunft für Kinder“ hat im Jahr 2010 einen wesentlichen Schritt gemacht: neben der umfassenden Unterstützung für die 250 Kinder in unseren Heimen wollen wir auch außerhalb unseres Projekts versuchen die Not zu lindern. Da Grundstücke und Hausbau auch in Kalkutta sehr teuer sind, ist uns die Aufnahme von mehr Schützlingen in unseren Heimen derzeit nicht möglich, doch es gibt auch andere Wege Kinder auf der Straße zu unterstützen.



Das Projekt:
So hat Xavier Raj Arul, unser Projektleiter vor Ort, im Mai 2010 unser neues Projekt „Streetwork“ ins Leben gerufen, als STREET  CHILDREN  COMPREHENSIVE  EDUCATION  CENTRE. Wir gehen direkt auf die Straße und helfen den Kindern da, wo sie leben, auf den Straßen der Slums.


Der Unterricht:
150 Kinder hat Xavier’s Team bisher erfasst, alle tragen eine ID mit Foto und Namen. Den Tag über arbeiten die Kinder als "Ragpickers“ (Lumpensammler), die aus den Müllsäcken Fetzen, Metallstücke und Plastik sammeln, um es an Sammelstellen für ein paar Rupien zu verkaufen.
Abends kommt dann die Zeit, auf die sie sich freuen: Von 20.00 bis 22.00 wird am Gehsteig eine Plastikplane aufgebreitet - das ist das mobile Klassenzimmer - und dann wird gelernt:
Das englische ABC, das Alphabet in Bengali, Gedichte und Lieder in beiden Sprachen, Zählen, Rechnen, Zeichnen… Sie haben Hefte und Stifte und bekommen bald auch Bücher.
Vier Lehrer  arbeiten von Montag bis Freitag mit den Kindern. Die Lehrer werden immer von zwei Schülern unserer englischsprachigen Nalanda School unterstützt - so kommen die Teenager aus unseren Projekten auch in Kontakt mit ihrer Vergangenheit. Sie sollen nicht vergessen, woher sie kommen und Hilfe weitertragen. Alle tun es mit Begeisterung und großer Hingabe für die Slumkids. 
Nach zwei Stunden Unterricht bekommen die Kinder eine Kleinigkeit zu essen, eine Banane, drei Kekse, einen Apfel, als kleine Belohnung. Ganze Mahlzeiten werden absichtlich nicht ausgeteilt, weil das Lernen im Vordergrund stehen soll  und wir die Kinder erreichen wollen, die begierig sind ihren Wissenstand zu verbessern. Außerdem hat ein anfänglicher Versuch mit großen Mahlzeiten dazu geführt, dass Menschenmengen unseren Lehrplatz überrollt haben und Unterricht einige Tage nicht mehr möglich war.



Ein erster Erfolg:
Die Schüler und Schülerinnen unseres mobilen Unterrichts  haben uns  bei unserem Besuch im Oktober 2010 mit großem Stolz vorgeführt, was sie bereits gelernt haben. Das ABC wurde tanzend vorgetragen, es wurde fehlerfrei gezählt, „Twinkle twinkle little star“ gesungen - mitten im Verkehrschaos, Gehupe, zwischen Abgasen und Schmutz war diese Kindergruppe plötzlich eine Oase des Lichts und der Freude.  Selten haben wir so etwas Schönes und Berührendes gesehen!

Die ärztliche Versorgung: Zweimal in der Woche hält unsere Ambulance nachmittags an dieser Stelle und alle kranken Kinder und ihre Familienangehörigen bekommen von einem unserer Schüler ihre „Health cards“ ausgeteilt. Sie stellen sich an, werden von einem Arzt untersucht und bekommen von einer Krankenschwester ihre Medikamente ausgeteilt. Einmal im Monat kommt der Augenarzt.
Decken und Kleidung: Allen diesen Kindern – und weiteren Kindern, die unweigerlich dazukommen werden - Decken zu schenken und auch einmal im Jahr einfache Kleidung zu geben, rundet die Hilfe an die Straßenkinder ab.


Ihre Unterstützung:
Wenn Sie dieses Projekt langfristig unterstützen wollen, werden Sie Pate! Übernehmen Sie eine Streetwork-Patenschaft und schenken Sie einem oder mehreren Straßenkindern monatlich Schulbildung und ärztliche Versorgung. Sie leisten damit Hilfe für die Ärmsten der Armen und geben bedürftigen Kindern die Grundlage für ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben.